Was bedeutet Fair Trade (Fairer Handel)?

Fairer Handel oder Fair Trade bezeichnet einen Handel, bei dem mit Absicht Preise über dem Weltmarktpreis bezahlt werden, um die Erzeuger zu unterstützen. Ursprünglich wurden vor allem landwirtschaftliche Güter fair gehandelt, zunehmend jedoch auch handwerkliche und industrielle Erzeugnisse und andere wirtschaftliche Gebiete, wie zum Beispiel den Tourismus. Neben der finanziellen Dimension ist der faire Handel auch ein Mittel um die Einhaltung von Umwelt- und Sozailstandards zu kontrollieren.

Überwacht und organisiert wird der faire Handel von der Fairtrade Labelling Organization (FLO), ein nicht profitorientierter internationaler Dachverband, welcher zum Beispiel die Preise festlegt, über die Einhaltung von Verhaltensstandards wacht und schließlich das FairTrade-Siegel vergibt, das Produkte als fair gehandelt ausweist. Die Preise werden im Dialog mit den Produzenten festgelegt und sind von den Weltmarktpreisen unabhängig und stets so hoch, dass die Existenz der Produzenten und eine sozial- und umweltverträgliche Produktion ermöglich sind. Damit wird das Ziel der Armutsbekämpfung in der dritten Welt verfolgt, sowie eine Beihilfe zur unabhängigen und aktiven Entwicklung der vom Weltmarkt ins Elend gestürzten Kleinbauern, Handwerker, etc. Zusätzlich zum Preis wird deshalb eine Prämie ausgezahlt, welche in Gemeinschaftsfonds fließt, über deren Verwendung (z.B. für Bildungseinrichtung, Gesundheitsvorsorge oder gemeinsame Investitionen) demokratisch und gemeinsam entschieden wird.

Gleichzeitig dient der faire Handel dem Kampf gegen Kinderarbeit, Sklaverei und die Ausbeutung von Frauen. Auch die Gewerkschaftsfreiheit muss in den produzierenden Betrieben gegeben sein. Eine besondere Rolle spielt auch die ökologische Landwirtschaft, die zwar keine Bedingung für den Erhalt eines FairTrade-Siegels ist, jedoch aktiv gefördert wird, sodass die meisten der fair gehandelten landwirtschaftlichen Erzeugnisse Bio-Produkte sind. Ferner gelten strenge Regeln, welche eine Umweltverträglichkeit der Produktion sichern und Gesundheitsbelastungen für die Produzenten ausschließen. Zahlreiche Pestizide etwa sind verboten.

Seit den Anfängen der Fair Trade-Bewegung 1946 ist ihr Einfluss ständig gewachsen und erlebte vor allem in den letzten zehn Jahren einen Aufschwung. Etwa 1,4 Mio. Landwirte profitieren weltweit vom fairen Handel.